Der Exote „Mehr-Kind-Familie“
By Kathrin Schierl

Stän­dig hö­re ich von Fa­mi­li­en mit meh­re­ren Kin­dern, dass sie sich be­grün­den und recht­fer­ti­gen müssen.

Vie­le Mehr­kind-Fa­mi­li­en sind ein­fach sehr ent­täuscht. Da freut man sich auf sein heiß er­sehn­tes Wun­der und dann be­kommt man Fra­gen ge­stellt wie:

  • War das geplant?
  • Könnt ihr euch das über­haupt leisten?
  • Wie wollt ihr dann den Kin­dern ge­recht werden?
  • War euch lang­wei­lig und wie möch­tet ihr dann in den Ur­laub fahren?
  • War­um tut ihr euch das an?

Die­se Re­ak­tio­nen, oft auch in fa­mi­liä­ren und freund­schaft­li­chen Krei­sen, tun ein­fach weh und man fühlt sich un­ver­stan­den und viel­leicht so­gar ein we­nig aus­sät­zig. Men­schen, die wir ger­ne ha­ben, uns na­he­ste­hen oder Leu­te mit de­nen wir ei­gent­lich gar nichts am Hut ha­ben- al­le müs­sen sie da­zu ih­re Mei­nung un­ge­fragt und laut kundtun.

Aber war­um re­agiert das Um­feld so?

Wenn man doch Lie­be un­be­grenzt tei­len kann, ob­wohl Kin­der zwar ei­nem das Le­ben und ei­nen selbst um­krem­peln und den­noch al­les so viel bun­ter und voll­stän­di­ger wird?

Zum ei­nen ist es wohl die Neu­gier­de und die ei­ge­nen Ängs­te. Kann man das über­haupt schaf­fen mit 3, 4, 5 oder mehr Kin­dern? Wenn ei­nem doch im All­tag im­mer wie­der die­se Mo­men­te und die­se Pha­sen be­glei­ten, in de­nen man viel­leicht be­reits mit ei­nem Kind wirk­lich rund­her­um aus­ge­las­tet ist?


Un­se­re Kids kön­nen uns her­aus­for­dern. Zu we­nig Schlaf, die Un­zu­frie­den­heit, die ei­nem ent­ge­gen­schlägt, ob­wohl man ver­sucht im­mer al­les rich­tig zu ma­chen und un­se­re Ent­täuscht dar­über. Der stän­di­ge Emo­ti­ons­wech­sel von hei­ter über be­wölkt bis hin zu tie­fer Wut und La­chen bis zum Um­fal­len– die­se Emo­tio­nen ver­su­chen wir als El­tern stän­dig ab­zu­fan­gen und ins Lot zu brin­gen. Sind der so­zia­le Rei­bungs­punkt, Trös­ter, Er­zie­her, Leh­rer und Freund.

Ne­ben­her ver­su­chen wir ei­nen ein­wand­frei­en Haus­halt zu füh­ren und et­was Ge­sun­des und Selbst­ge­koch­tes auf den Tisch zu stel­len, was auf­grund sei­ner grü­nen Far­be ge­ne­rell ab­ge­lehnt wird. 

Manch­mal schlägt ei­nem auch Neid entgegen.

„Ihr habt es gut, bei euch sind ja auch die Groß­el­tern da. Du musst ja nicht ar­bei­ten ge­hen und kannst zu Hau­se blei­ben. Bei euch ist es egal, In den Ur­laub fahrt ihr ja so­wie­so nicht. Wenn wir das hät­ten, dann wür­den wir das auch schaffen.“

Ei­ne an­de­re Be­grün­dung kann auch im Durch­schnitt liegen. 

Al­les, was sich im Ge­wöhn­li­chen be­wegt, fällt nicht wei­ter auf. Ist man als Frau zwi­schen 160 und 175cm groß und wiegt zwi­schen 60 und 80 Ki­lo, geht man in der Mas­se un­ter. Hat man je­doch Schuh­grö­ße 43, ist Über- oder Un­ter­ge­wich­tig wird man selbst zum Brenn­punkt. Die durch­schnitt­li­che An­zahl der Kin­der in Deutsch­land be­trägt 1,5 pro Fa­mi­lie. Tja, da fällt man mit 3 oder mehr Kin­dern ein­fach auf.



Ganz klar, meh­re­re Kin­der be­deu­ten meh­re­re In­di­vi­du­en und je­des ist ein wun­der­ba­res Uni­kat, möch­te aber auf sei­ne Wei­se er­zo­gen, ge­trös­tet und ge­för­dert wer­den.
Al­so, wie schafft man das al­les? Wie schafft ihr das? Viel­leicht sind dies doch Fra­gen der ei­ge­nen Un­si­cher­heit und dem Ge­fühl ei­ner Groß­fa­mi­lie nicht ge­wach­sen sein zu können.

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